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Zu lange Wartezeiten für Krebs-Patienten!

LRH-Kritik wegen mangelnder Fachärzte und eklatanter Raumknappheit

Die onkologische Versorgung in der Steiermark, also die Behandlung von Krebspatienten,  nahm der Landesrechnungshof (LRH) in den letzten Monaten genauer unter die Lupe. Das Ergebnis ist ernüchternd: In allen überprüften medizinischen Organisationseinheiten kommt es immer wieder zu langen Wartezeiten, die der LRH (unter der Leitung von Direktor Heinz Drobesch) als „bedenklich" einstuft. Den Grund für diese Problematik sehen die Prüfer darin, dass teils ärztliches Personal fehlt, teils zu wenig Betten vorhanden sind oder es ganz einfach an der nötigen Infrastruktur mangelt.

Allein im Jahr 2016 wurden insgesamt 2.650 Personen der Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie einer Behandlung zugewiesen, 2.230 wurden in weiterer Folge tatsächlich einer Behandlungsserie unterzogen. Davon mussten rund 75 Prozent der Patienten zum Teil eklatant lange Wartezeiten in Kauf nehmen. So vergingen etwa bei einem Fall, der als akut eingestuft war, ganze 48 Tage, bis tatsächlich eine Behandlung begonnen wurde. Der Soll-Zeitraum für diese Behandlung wäre aber bei drei Tagen gelegen. Oder anderes Beispiel: Ein Patient mit einer primären Radiotherapie wurde erst nach 69 Tagen - statt 14 - nach der Anmeldung behandelt.

Den LRH-Prüfern erscheint es unverständlich, dass angesichts der Tatsache, dass Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache (nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen) darstellen, diesem Umstand nicht ausreichend Rechnung getragen wurde, was die Prioritätenreihung von Bauprojekten für den Spitalsbetrieb betrifft. Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich die Umsetzung von Entlastungsmaßnahmen dermaßen in die Länge zieht, heißt es im Bericht des LRH.

Die Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl von Ärzten, eine (vorübergehende) Ausweitung der Ambulanzzeiten sowie die Einführung eines Wartezeiten-Managements - diese Gegenmaßnahmen empfiehlt der LRH den zuständigen Stellen Gesundheitsplattform Steiermark, Ärztekammer und vor allem den Krankenanstalten (politischer Referent Landesrat Christopher Drexler) unverzüglich einzuleiten. Auch sollen seitens der Verantwortungsträger die bestehenden Versorgungslücken im Bereich der Linearbeschleuniger geschlossen werden, lautet eine weitere Empfehlung.

 

Rückfragen: Josef Reinprecht 0664 / 85 00 187

 

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