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Pflegezentrum Mautern am teuersten!

LRH verglich Kosten pro Bett mit anderen steirischen Heimen

Schon vor fünf Jahren setzte es bei der Projektkontrolle vor dem Neubau des Landespflegezentrums Mautern durch den Landesrechnungshof (LRH) viel Kritik: Allgemeinflächen seien zu großzügig dimensioniert, und die Kosten seien im Vergleich zu anderen Pflegeheimen zu hoch. Nach erfolgter Redimensionierung des Projektes und einer neuerlichen Prüfung durch den LRH wurde die Situation allerdings nicht besser.

So kann seitens des LRH unter der Leitung von Direktor Heinz Drobesch nicht nachvollzogen werden, dass bei der Redimensionierung die Anzahl der Betten von 114 auf 84 verringert wurde. Dies widerspreche den Vorgaben des landeseigenen Bedarfs- und Entwicklungsplanes für pflegebedürftige Personen, der vorsieht, das Angebot an Kurzzeit-Pflegeplätzen auszubauen, um pflegende Angehörige besser unterstützen zu können.

Während also in der Umsetzungsphase ein Trakt mit 30 Betten gestrichen wurde, blieben wesentliche Empfehlungen des LRH aus der Projektkontrolle unberücksichtigt, etwa die großzügig dimensionierten Allgemeinflächen im Erdgeschoß zu reduzieren. Dies hatte negative Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit. Dass weiters die Landesimmobiliengesellschaft rückwirkend für dieses Bauprojekt als Generalübernehmer beauftragt wurde, obwohl es eigentlich ständig von Mitarbeitern der Abteilung für Verkehr und Landeshochbau abgewickelt wurde, ist für die Prüfer nicht zweckmäßig.

Waren bereits bei der Projektkontrolle 2015 die Kosten im oberen Bereich im Vergleich zu 18 ausgewählten ähnlichen Referenzprojekten (in der Steiermark, Niederösterreich und Deutschland) angesiedelt, so stiegen die Kostenkennwerte des Landespflegezentrums Mautern wegen der Redimensionierung stark an. Bei der Gegenüberstellung der Errichtungskosten pro Bett stellt es sich nun als das teuerste aller 18 Vergleichswerte dar.

Vor allem auch im direkten Steiermark-Vergleich steht das Pflegezentrum in Mautern ganz schlecht da: Der Mittelwert der vier steirischen Referenzprojekte beläuft sich bei den Errichtungskosten pro Bett auf knapp unter 100.000 Euro, während Mautern mit Kosten von über 160.000 Euro um 64 Prozent über diesem Durchschnittswert liegt. Im Vergleich zum günstigsten steirischen Projekt verursachte Mautern gar die doppelten Kosten pro Bett.

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