LRH gibt grünes Licht für Green Tech Valley
Lob für Organisationshandbuch und Chefetage im aktuellen Prüfbericht
Unternehmen in den Branchen Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft zu vernetzen sowie Investitionsprojekte zu initiieren und in Richtung Wachstum zu unterstützen - diese ihre Aufgaben erfüllt die Green Tech Valley Cluster GmbH zur Zufriedenheit des Landesrechnungshofes unter der Leitung von Direktor Heinz Drobesch. Des Weiteren wird in dem jüngsten Prüfbericht auch die Führung der Gesellschaft positiv hervorgehoben. Dennoch wartet der Landesrechnungshof mit dem einen oder anderen Verbesserungsvorschlag auf.
Die Green Tech Valley Cluster GmbH ist eine Gesellschaft, an der das Land Steiermark einerseits direkt beteiligt ist, andererseits aber auch indirekt über die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. (SFG), die wiederum selbst zur Gänze im Eigentum des Landes Steiermark steht. Also sind zwei Gesellschafter der Sphäre des Landes zuzuordnen. Aus Gründen der Verwaltungsökonomie empfiehlt der Landesrechnungshof, dass Gesellschaftsanteile von nur einem Rechtsträger aus dem Landesbereich gehalten werden sollten, und zeigt auch gleich den möglichen Weg dazu auf: Sollten künftig weitere Anteile veräußert werden, mögen dafür vorrangig jene des Landes herangezogen werden, erst danach Anteile der SFG.
Im Prüfzeitraum 2021 bis 2024 bestand eine Kooperation mit zwei Nachbar-Bundesländern, nämlich Kärnten als Gesellschafter und Burgenland als Projektpartner. Das Burgenland schied später aus budgetären Gründen aus der Kooperation aus. Dennoch wuchs gleichzeitig das Interesse von Unternehmen, Cluster-Partner zu werden. Das spiegelt sich auch am Anstieg der Cluster-Partner wider. Dennoch könnten laut Landesrechnungshof aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung gewisse Risiken bestehen, auch wenn die Gesellschaft in einem aufstrebenden Bereich agiert. Um die wirtschaftliche Stabilität abzusichern, werden daher strukturelle Einsparungen und der Ausbau finanzieller Reserven empfohlen.
Besonders begeistert zeigen sich die Prüfer des Landesrechnungshofes vom Organisationshandbuch der Gesellschaft. Darin werden nicht nur interne Regeln genauestens definiert, sondern es kann auch als Dokumentation der Unternehmenskultur und als Leitfaden für neue Mitarbeiter betrachtet werden. Jedenfalls sollte diese Handbuch - anonymisiert und datenbereinigt - als Musterbeispiel anderen Landesgesellschaften zur Verfügung gestellt werden.
Der Prüfbericht kann per Klick auf die Grafik "Prüfbericht herunterladen" abgerufen werden. Der Podcast* zum Prüfbericht kann per Klick auf die Grafik "Podcast anhören" abgerufen werden.
Sprecher 1: Normalerweise sind Rechnungshofberichte eher dramatische Thriller, in denen mit dem roten Stift Mängel und Fehltritte aufgedeckt werden.
Sprecher 2: Ja, meistens ist es keine leichte Lektüre.
Sprecher 1: Aber heute liegt eine detaillierte Analyse vor, die bemerkenswert positiv ausfällt, da die Prüfer fast schon dazu anregen, vom geprüften Unternehmen abzuschreiben.
Wir schauen uns heute die Greentech Valley Cluster GmbH an, gestützt auf eine Pressemitteilung vom 1. Juli 2026 und den Prüfbericht des steirischen Landesrechnungshofes.
Sprecher 2: Unsere Mission ist es, sachlich herauszufinden, warum die Prüfer von diesem Umwelttechniknetzwerk derart angetan sind.
Die Hauptaufgabe dieser Gesellschaft ist es, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft zu vernetzen.
Sprecher 1: Richtig, sie bringen Startups, Großkonzerne und Forschungseinrichtungen für grüne Projekte zusammen.
Laut der Presseaussendung bescheinigt Direktor Heinz Drobesch der Führungsebene, dass sie dies zur vollsten Zufriedenheit erledigt.
Sprecher 2: Das ist ein riesiges Lob, denn ein solches Netzwerk zu leiten, ist wie das Hüten eines Sackes voller Flöhe.
Sprecher 1: Das ist ein super Vergleich, da verschiedenste Akteure ihre eigenen Interessen verfolgen.
Wenn die Führung ein solches Zeugnis bekommt, muss die Stabilität enorm sein.
Ein gutes Beispiel für diese Stabilität ist der Umgang mit dem Ausstieg des Burgenlands.
Sprecher 2: Was war dort genau los?
Sprecher 1: Im Prüfzeitraum stieg das Burgenland aus budgetären Gründen als Projektpartner aus.
Sprecher 2: Normalerweise würde der Wegfall eines ganzen Bundeslandes ein Loch in das Netzwerk reißen.
Sprecher 1: Man würde das denken, aber die Zusammenarbeit ist nicht kollabiert.
Der Wert für die verbleibenden Partner ist so hoch, dass sofort neue Unternehmen nachgerückt sind.
Sprecher 2: Wahnsinn, das heißt, das Netzwerk ist trotzdem gewachsen.
Sprecher 1: Genau, die Zahl der Clusterpartner ging kontinuierlich nach oben, weil die Kernstruktur reibungslos weiter funktioniert hat.
Sprecher 2: Wenn das Fundament so krisenresistent ist, sucht man nach dem Geheimrezept.
Laut der Pressemitteilung ist das Herzstück des Erfolgs ein Organisationshandbuch.
Sprecher 1: Die Prüfer sind davon begeistert, da dieses Dokument die Spielregeln und die Unternehmenskultur bis ins kleinste Detail definiert.
Sprecher 2: Aber ein Handbuch klingt nach trockener Bürokratie; Innovation braucht doch eigentlich Freiraum.
Sprecher 1: Das ist das Paradoxon: Gerade weil das Regelwerk so starr ist, entsteht dieser Freiraum erst.
Das Unternehmen wird zu über 68 % aus Fördergeldern finanziert.
Sprecher 2: Da ist der administrative Druck wahrscheinlich extrem hoch.
Sprecher 1: Exakt, jeder Euro muss penibel belegt werden.
Das Handbuch automatisiert die Compliance, zum Beispiel durch ein konsequent gelebtes Vieraugenprinzip.
Sprecher 2: Anstatt also Prozesse jeden Tag neu zu diskutieren, folgen einfach alle dem Handbuch.
Sprecher 1: Richtig, das minimiert Fehler und hält den Kopf frei für die inhaltliche Arbeit.
Der Rechnungshof empfiehlt sogar, dieses Handbuch als Blaupause für andere Landesgesellschaften zur Verfügung zu stellen.
Sprecher 2: Ein echtes Best-Practice-Beispiel.
Gab es denn trotzdem noch strukturelle Hürden von außen?
Sprecher 1: Ja, besonders auf der Eigentümerseite.
Aktuell hält das Land Steiermark direkte Anteile, ist aber auch indirekt über die SFG (Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft) beteiligt.
Sprecher 2: Das klingt nach massivem Verwaltungsaufwand und doppeltem Reporting.
Sprecher 1: Genau dieses Reibungspotenzial thematisiert der Bericht und empfiehlt, die Anteile bei einem einzigen Rechtsträger zu bündeln.
Sprecher 2: Das würde Bürokratie kappen.
Aber ist die hohe Förderquote von 68 % nicht ein Risiko bei politischen Änderungen?
Sprecher 1: Absolut, deshalb raten die Prüfer dazu, die finanziellen Reserven auszubauen.
Ein Hebel dafür wäre die Prüfung der steuerlichen Gemeinnützigkeit.
Sprecher 2: Das heißt, bei einer Anerkennung würden Steuerlasten auf selbsterwirtschaftete Einnahmen wegfallen.
Sprecher 1: Richtig, und dieses gesparte Geld könnte direkt in das finanzielle Polster fließen.
Sprecher 2: Ein kluger Schachzug, um die Abhängigkeit von Fördergeldern abzufedern.
Sprecher 1: Es zeigt, dass man auch in der Hightech-Branche nur überlebt, wenn die Basisarbeit von der Eigentümerstruktur bis zur Bilanz stimmt.
Sprecher 2: Die Greentech Valley Cluster GmbH zeigt, dass Exzellenz oft im Hintergrund durch interne Strukturen passiert.
Sprecher 1: Das bringt uns zurück zum Organisationshandbuch als Fundament für ein florierendes Netzwerk.
Man sollte sich fragen, wie viel Potenzial in den eigenen Verwaltungsprozessen schlummert.
Sprecher 2: Ein sehr guter Punkt.
Sprecher 1: Ein Gedanke für das nächste Meeting. Danke fürs Zuhören bei unserem Deep Dive.


